5. Geh-denkwanderung

Gehdenkwanderung
Am 19. September 2015 findet die Donaustädter GEH-DENK Wanderung unter dem Ehrenschutz von Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy statt. Thema: Der verbotene Umgang während des Nationalsozialismus. Der Verein Unsere Donaustadt zieht den Vergleich zu heute üblichen Umgangsweisen, die während des NS-Regimes viel Leid und viele Opfer gefordert haben.
GEH-DENK Wanderung_Facebook_Titelbild

Wien, September 2015. Der verbotene Umgang während der NS-Zeit: Alltägliche Musik wie Jazz und Swing zu hören oder politische Witze zu erzählen war unter dem NS-Regime verboten und konnte zu harten Strafen bis hin zu Lagerhaft und Todesstrafe führen. „Regelmäßig wurden Personen mit regimekritischer Haltung, anderem Glaubensbekenntnis, unerwünschter sexueller Orientierung oder abweichender Lebenseinstellung zum Arbeitslager verurteilt“, sagt SPÖ-Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy: „Auch Donaustädterinnen und Donaustädter.“
Bei der 7,5 Kilometer langen Wanderung vom Mahnmal in der Lobau bis zur U2-Station Seestadt wird ein Zeichen zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen gesetzt. Startpunkt ist um 10.00 Uhr beim Mahnmal zum Gedenken an die Zwangsarbeiter, die zwischen 1938 und 1945 für den Bau des Donau-Oder-Kanals und des Ölhafens Lobau eingesetzt wurden. Nevrivy: „Das Besondere an der GEH-DENK Wanderung dieses Jahr ist: Die Menschen können bei jeder Station dazu stoßen.“

Verbotene Liebe
Um etwa 10:30 Uhr wird sich die Wandergruppe bei der ersten Station beim Lobau Museum (Lobau 256, Vorwerk 1) einfinden. Die Station beschäftigt sich mit der „Verbotenen Liebe im Nationalsozialismus“: Homosexuelle Männer und Frauen wurden damals verfolgt und mussten ihre Liebesbeziehungen geheim halten. Viele landeten in Konzentrationslagern und wurden mit rosa Winkeln gekennzeichnet. Heute sind eingetragene Partnerschaften zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren selbstverständlich.
Auch Beziehungen zwischen Fremdarbeitern und Reichsdeutschen, was die ÖsterreicherInnen damals waren, wurden hart bestraft.

Entartete Kunst
Die zweite Station der GEH-DENK Wanderung befindet sich beim Gasthaus Hansi (Esslinger Furt 4) und wird gegen 11:30 Uhr erreicht. Sie verschreibt sich der „Entarteten Kunst“. So bezeichneten die Nazis jegliche Kunstwerke, Musikstücke, Literatur und kulturelle Strömungen, die nicht ihren Idealen entsprachen. Bei dieser Station erwartet die TeilnehmerInnen verbotene Musik von damals sowie erlaubte Musik von heute.
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Verbotener Spaß
Gegen 12:30 Uhr erreicht die Wandergruppe die dritte Station an der Ecke Esslinger Hauptstraße und Kirschenallee. Hier geht es um politische Witze. Heute werden regimekritische Witze offen und selbstverständlich erzählt. Während des Nationalsozialismus konnten die sogenannten Flüsterwitze für die ErzählerInnen schwerwiegende Konsequenzen haben: Zuchthaus und Lager konnten Endstation sein.

Schlurfs – die verpönte Jugendgruppe
Bei der vierten Station werden ab 13:00 Uhr beim Gedenkstein im Gedenkwald die sogenannten Schlurfs vorgestellt. Die während des Nationalsozialismus unerwünschte Jugendgruppe stellte sich gezielt gegen das Idealbild der Hitlerjugend und lieferte sich immer wieder Auseinandersetzungen mit dieser. Im Vergleich dazu ist die heutige Jugendgruppe der Hipster betont gleichgültig und unpolitisch.
300 Grablichter erinnern an die NS-Opfer
Gegen 13:30 Uhr werden bei der letzten Station neben der U2-Station Seestadt rund 300 Grablichter entzündet. Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy legt im Andenken an das viele Leid und die vielen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft einen Kranz nieder. Im Anschluss wird eine Schweigeminute abgehalten.

Details zur Wanderung:
www.unseredonaustadt.wien

Infos:

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